Oberbürgermeister Jürgen Krogmann steht Rede und Antwort – Jahresgespräch im PFL

Bürgervereine erhalten Informationen aus erster Hand

Viele Fragen – viele Antworten: Reichlich Gesprächsstoff bot am Montagabend, 31. August 2020, das Jahresgespräch zwischen Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und der Arbeitsgemeinschaft Stadtoldenburger Bürgervereine (ASTOB). Der Oberbürgermeister hatte dazu zum mittlerweile fünften Mal eingeladen. Erstmals fand der Austausch nicht im Rathaus statt, sondern unter Beachtung der Corona-Regeln im Veranstaltungssaal des Kulturzentrums PFL. 20 Vertreterinnen und Vertreter von 13 Vereinen nahmen teil. In konstruktiver Atmosphäre wurde gut zwei Stunden lang über Themen gesprochen, die den Bürgervereinen unter den Nägeln brennen. Der vorab erstellte Fragenkatalog umfasste knapp 60 Einzelpunkte.

Hier ein Überblick über einige der Themen:

Bädersituation

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann führte aus, dass mit dem Neubau des Sport- und Gesundheitsbades am Flötenteich voraussichtlich nach Ende der Freibadsaison im September 2022 begonnen werden könne. Zum Ausgleich des in den Baujahren 2023 und 2024 wegfallenden Freibadangebotes am Flötenteich werde daran gearbeitet, die Kapazitäten im Freibad OLantis zu erweitern. Darüber hinaus werde sich die Bäderbetriebsgesellschaft deutlich mehr am Kleinen Bornhorster See engagieren, um die dortige Infrastruktur zu verbessern. „Ziel ist es, eine verlässliche Alternative zum Freibad am Flötenteich im Sommer zu schaffen“, betonte Krogmann. Die umfassenden Sanierungen der Stadtteilbäder seien ab 2024, nach Fertigstellung des Sport- und Gesundheitsbades, geplant.

Bahnausbau

Die wesentlichen Maßnahmen im Planfeststellungsabschnitt PFA 1 (Oldenburg bis Rastede) umfassen die Ertüchtigung der vorhandenen zweigleisigen Strecke, die Errichtung von Lärmschutzwänden, den Bau einer neuen Eisenbahnüberführung an der Alexanderstraße sowie die Elektrifizierung der Strecke. Baubeginn für die Hauptmaßnahmen war im Februar 2020, eine Inbetriebnahme der elektrifizierten Strecke plant die Bahn für 2022. Über die Klage der Stadt Oldenburg und weiterer privater Kläger gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 30. September. Mit einer so genannten Verpflichtungsklage will die Stadt darüber hinaus erreichen, dass die Bahn eine Lösung für den Bahnübergang Am Stadtrand in Ofenerdiek entwickelt. Die Planungen für diesen Bahnübergang waren kurz vor Erlass des Planfeststellungsbeschlusses von der Bahn aus dem Verfahren genommen worden.

Spielhallenentwicklung

Die Stadt plant, die Zulässigkeit von neuen Spielhallen und Büros für Sportwetten zu steuern. Sie sollen künftig nur noch dort erlaubt sein, wo von ihnen keine oder möglichst geringe Störpotenziale zu erwarten sind. „Für den Innenstadtbereich stellen wir dazu einen neuen Bebauungsplan auf und haben ergänzend eine Veränderungssperre beschlossen“, informierte Krogmann. Die Veränderungssperre erlaubt es, Anträge abzulehnen, obwohl dort Vergnügungsstätten aktuell noch zulässig wären. Zudem arbeite die Verwaltung an einem übergeordneten Vergnügungsstätten-Konzept für das gesamte Stadtgebiet, so der Oberbürgermeister.

Radwegenetz

Hauptmaßnahmen im Rad- und Fußverkehrsprogramm sind die Verbesserung der Radwegeführung am Pferdemarktkreisel sowie am Pophankenweg. Darüber hinaus sind Umbaumaßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an Kreuzungsbereichen wie zum Beispiel Schützenhofstraße/Bremer Straße sowie Schützenweg/Infanterieweg/Jägerstraße oder an der Einmündung Bürgerbuschweg/Banater Weg vorgesehen. „Zur Radverkehrsförderung gehört auch der Ausbau an Serviceangeboten“, betonte Krogmann. Die Erweiterung der vorhandenen Radabstellanlagen in der Innenstadt sowie die Sanierung und Neustrukturierung der Fahrradstationen am Bahnhof und am Waffenplatz seien in Planung.

Bahnunterführung Bümmerstede/Krusenbusch

In Kürze sollen Untersuchungen des Baugrunds und der Kampfmittelbelastung in Auftrag gegeben werden. Wegen des langen Vorlaufs bei der Freigabe von Sperrzeiten im Bahnverkehr, die für die Bauarbeiten nötig sein werden, werde sich die Baumaßnahme auf den Zeitraum 2023/2024 verschieben, prognostizierte Krogmann. Die Nutzung der stadtteilverbindenden Fußgängerbrücke werde jedoch so lange gewährleistet bleiben, bis die Unterführung genutzt werden könne.

Zahlreiche Anregungen

Auch wenn am Montagabend längst nicht alle Punkte im Detail besprochen werden konnten, soll keine Frage offen bleiben. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann dankte dem ASTOB-Vorsitzenden Harald Götting sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Bürgervereine für die zahlreichen Anregungen und sagte zu, die Antworten schriftlich nachzureichen.