Plakataktion in den Bussen der VWG

Das Feministische Forum und das Gleichstellungsbüro sensibilisieren vom 23. November bis zum 12. Dezember 2020 mit einer Plakataktion in den Bussen der VWG. Mit fünf verschiedenen Motiven wird das bundesweite Hilfe-Telefon für Frauen in den Fokus gerückt. Das Hilfe-Telefon steht unter der Fachaufsicht des Bundesministeriums für Familie und berät anonym unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116 016 rund um die Uhr in 17 Sprachen gewaltbetroffene Frauen und Mädchen und vermittelt auf Wunsch zu Beratungsangeboten vor Ort.

Das Hilfetelefon berät nicht nur Betroffene von Partnerschaftsgewalt, sondern auch Betroffene von sexualisierter Gewalt im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz. Die Themen, zu denen beraten wird, reichen von Digitaler Gewalt über Mobbing bis hin zu Menschenhandel.

Über die Kampagne

Die Plakat-Kampagne verzichtet bewusst darauf, Gewalt bildlich darzustellen. Dennoch ist diese präsent: in prägnanten, vorwurfsvollen, verharmlosenden Aussagen, mit denen sich viele gewaltbetroffene Frauen konfrontiert sehen. „Du hast es nicht anders verdient“, „Du gehörst mir“ oder „Dir glaubt doch eh keiner“: Sätze wie diese zielen darauf ab, betroffenen Frauen die Schuld zu geben für das, was ihnen widerfährt, sie zu entmutigen, einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Doch die abgebildeten Frauen haben eine starke, entschlossene Antwort: „Aber jetzt rede ich“. Und zwar beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Hier hören die speziell geschulten Fachkräfte zu und suchen gemeinsam mit der Hilfesuchenden nach Lösungen.

„Schon unter Nicht-Corona-Bedingungen ist das eigene Zuhause oft der gefährlichste Ort für Frauen und Mädchen“, verdeutlicht Franziska Strosche, Mitarbeiterin des Oldenburger Frauenhauses. Die aus Sicht der Pandemiebekämpfung zwar sinnvolle Aufforderung „Bleiben Sie zu Hause!“ könne für manche bedeuten, an einem Ort isoliert und ohne Kontakte zu sein, an dem psychische, sexuelle und körperliche Gewalt herrscht. „Durch die Plakataktion in den Bussen sollen Frauen darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie nicht alleine sind und dass es Menschen gibt, die ihnen helfen können“, betont Nadine Finke, Mitarbeiterin von Wildwasser Oldenburg, Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen.

Sie brauchen Hilfe?

Sind Sie selbst von physischer oder psychischer Gewalt betroffen oder unsicher, ob Sie es sind, dann finden Sie hier Ansprechpartnerinnen »