Iris Wolff ist neue Stipendiatin

Die Schriftstellerin Iris Wolff erhält 2021 vom Literaturhaus Oldenburg auf der Grundlage einer Förderung durch die Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg das Landgang-Stipendium, ein Reisestipendium durch das Oldenburger Land. Das Stipendium ist Bestandteil des Projekts „Literarischer Landgang“, das Literaturförderung auf hohem Niveau mit dem Bewusstsein für Regionalität verbindet.

Erkundungsreise im Herbst 2021

Vom 11. bis zum 18. Oktober 2021 unternimmt Iris Wolff als Stipendiatin des Literaturhauses eine Erkundungsreise, die in sechs Landkreisen und kreisfreien Städten des ehemaligen Landes Oldenburg Station macht. Ihre Beobachtungen lässt sie in einen Text einfließen, dessen Form sie frei wählen kann.

Lesereise der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg

Im Frühjahr 2022 tritt sie die Reise als Lesereise der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg ein weiteres Mal an. Bei der ersten Rundtour stellt die besuchte Region gleichsam ihr Forschungsfeld dar. Bei der zweiten Reise bekommen die Besucherinnen und Besucher ihrer Lesungen nicht nur zeitgenössische Literatur vermittelt: Die Literarisierung der Reiseeindrücke ermöglicht Ortskundigen zudem einen neuen Blick auf vermeintlich Vertrautes. Monika Eden, die Leiterin des Literaturhauses Oldenburg, begleitet die Schriftstellerin als Projektleiterin und Moderatorin.

Iris Wolff

Iris Wolff, 1977 in Hermannstadt geboren, wuchs im Banat und in Siebenbürgen auf, bevor sie 1985 mit ihrer Familie nach Deutschland emigrierte. Nach einem Studium der Germanistik, Religionswissenschaft sowie Grafik und Malerei in Marburg an der Lahn arbeitete sie lange am Deutschen Literaturarchiv Marbach und als Dozentin für Kunst- und Kulturvermittlung. Iris Wolff ist Mitglied im Internationalen Exil-PEN und lebt als freie Autorin in Freiburg im Breisgau. Ihr 2012 erschienener Debütroman „Halber Stein“ lässt eine junge Frau nach dem Tod der Großmutter zurück nach Siebenbürgen reisen. Die Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte der Großmutter und die Erzählungen der Dorfbewohner begleiten ihre Suche nach der eigenen Identität und setzen einen Reifeprozess in Gang. Auch im 2020 erschienenen Roman „Die Unschärfe der Welt“ nimmt die Geschichte im Banat ihren Ausgangspunkt. Vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts erzählt er über vier Generationen die bewegte Geschichte einer Familie, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Für ihre literarischen Veröffentlichungen wurde Iris Wolff bereits mehrfach ausgezeichnet.

Jährliche Durchführung

Das Landgang-Stipendium wird jährlich an hochkarätige deutschsprachige Schriftsteller vergeben. Die bisherigen Stipendiaten waren Matthias Politycki, Marion Poschmann, Michael Kumpfmüller, Mirko Bonné, Judith Hermann und Jan Brandt.

Jan Brandt war 2020 Stipendiat

Begegnungen mit „Paten“
In der sechsten Durchführung erhielt der Schriftsteller Jan Brandt das zum Projekt gehörende Reisestipendium. Im September 2020 war er als Stipendiat des Literaturhauses im Oldenburger Land unterwegs. Weil ihm bewusst war, dass er als Außenstehender in der knappen Zeit nur einen oberflächlichen Eindruck der besuchten Region gewinnen könnte, weil die Entscheidungen für seine Unternehmungen zwangsläufig willkürlich bleiben würden, wäre er gerne vor Ort ungeplant mit Menschen ins Gespräch gekommen. An Stammtischen. An den Theken von Restaurants und Kneipen. Die Rahmenbedingungen seiner Reise gab jedoch 2020 nicht das Literaturhaus, sondern das Corona-Virus vor. An spontane Begegnungen war damit nicht zu denken. Deshalb suchte sich Jan Brandt schon vor dem Antritt seiner Erkundungstour für jede Station einen Ansprechpartner. Diese ‚Paten‘ traf er unterwegs und führte lange Gespräche mit ihnen. Sie bilden die Grundlage für die Gangland-Chroniken, die er im Anschluss an die Reise schrieb.

Lesereise erst im Oktober 2021

Seine Erkundungstour führte ihn von Cloppenburg nach Delmenhorst, Seefeld, Jever, Westerstede und Oldenburg. Diese Stationen bilden zugleich die sechs Veranstaltungsorte einer Lesereise, welche der Schriftsteller im Mai und Juni 2021 durchführen wollte. Wegen der geltenden Veranstaltungsverbote musste die Reise in den Oktober verschoben werden:

Cloppenburg

Sonntag, 10. Oktober, 14.30 Uhr
Museumsdorf Cloppenburg (Münchhausenscheune)
Haupteingang, Bether Straße 6
Eintritt: Erwachsene: 9,50 Euro, Kinder (6 bis 16 Jahre): 3,50 Euro

Jever

Dienstag, 12. Oktober, 19.30 Uhr
Schlossmuseum Jever (Küchensaal), Schlossplatz 1
Eintritt: 8 Euro
Kartenvorverkauf: Bücherstube, Schlachtstraße 12, 04461 71949

Seefeld

Mittwoch, 13. Oktober, 19.30 Uhr
Seefelder Mühle, Hauptstraße 1
Eintritt: 8 Euro
Kartenvorbestellung: telefonisch: 04734 1236

Delmenhorst

Donnerstag, 14. Oktober, 19.30 Uhr
Städtische Galerie Delmenhorst, Fischstraße 30
Eintritt: 8 Euro/ermäßigt 7 Euro (inklusive Ausstellungsbesuch)
Kartenvorbestellung: telefonisch: 04221 14132

Westerstede

Freitag, 15. Oktober, 20 Uhr
Güterschuppen Westerstede, Am Bahnhof 1
Eintritt: 10 Euro/Mitglieder 7 Euro
Kartenvorverkauf: online unter bahnhofsverein.de
Buchhandlung Lesezeichen, Peterstraße 17, 04488 71881
Touristik Westerstede e.V., Rathaus, Am Markt, 04488 55660

Oldenburg

Sonntag, 17. Oktober, 11 Uhr
Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3
Eintritt:12 Euro/ ermäßigt 8 Euro
Kartenvorbestellung: per E-Mail an literaturhaus(at)stadt-oldenburg.de
Besuch nur nach Anmeldung möglich

Jan Brandt

Jan Brandt, geboren 1974 in Leer, Ostfriesland, wuchs im nahe bei Leer gelegenen Ihrhove auf. Er studierte Geschichte und Literaturwissenschaft in Köln, Berlin und London und ist zudem Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München. Sein Romandebüt „Gegen die Welt“ machte ihn 2011 schlagartig bekannt. Das Provinzepos zeichnet den Untergang eines Dorfes in Ostfriesland nach und thematisiert dabei die jüngere Geschichte der alten Bundesrepublik im Zeichen von Wende und Globalisierung. Der Roman wurde 2011 für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Brandts aktuelles Buch „Ein Haus auf dem Land/Eine Wohnung in der Stadt“ (2019) kreist um Stadt und Land, Utopie und Heimat.