Hallo Oma! Hallo Opa! Wir haben Euch nicht vergessen!

Durch den anhaltenden Lockdown seit November 2020 entbehren Kinder wegen der massiven Kontaktbeschränkungen und durch den verstärkten Schutz der vulnerablen Gruppe der alten Menschen den Kontakt zur Generation der Großmütter und Großväter. Deren Lebenserfahrung, Wissen, Güte und Zuwendung ist für das Aufwachsen von Kindern enorm wichtig – gerade weil Mütter und Väter heutzutage mehrfach belastet sind durch Familienmanagement und Beruf – und das auch noch unter dem Druck der geltenden Corona-Verordnungen. Aber selbst die eigenen (Ur-) Omas und Opas wohnen oft weit weg und können zu Corona-Zeiten nicht zu Besuch kommen.

Auf der anderen Seite sind alte Menschen in Pflegeheimen, in der Tagespflege und auch als Alleinlebende im eigenen häuslichen Rahmen wieder verstärkt vom Mangel an sozialen Kontakten, von Einsamkeit und auch von fehlender sinnstiftender, kreativer und aktivierender Beschäftigung betroffen. Die Lageberichte aus den Einrichtungen sind deprimierend. Viele alte Menschen fühlen sich vergessen. Sie leiden an Depressionen, werden seelisch und körperlich krank. Nicht selten sterben alte Menschen, weil sie den Lebensmut verloren haben.

Senioren- und Pflegeeinrichtungen und Schulen und Kitas liegen oft in Nachbarschaft zueinander. Viele alte Menschen lieben Kinder besonders wegen deren Lebendigkeit und Unbekümmertheit. Aber leider bekommen die Alten viel zu selten (und derzeit oft gar keinen) Besuch von Enkeln und Urenkeln oder anderen Kindern. Hier muss dringend etwas geschehen, um mittels Kunst und Kultur Hoffnung zu stiften und Teilhabe zu sichern.

Generationen-übergreifendes kulturgeragogisches Partnerprojekt


Wir möchten Sie und Ihre Schule/Ihre Kindertagesstätte gewinnen für das Projekt „Hallo Oma! Hallo Opa! Wir haben Euch nicht vergessen!“ Auch Betreuungskräfte in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Ehrenamtliche in den Besuchsdiensten sind angesprochen, sich zu beteiligen. Jede Schule/ Kita wird nun nach Möglichkeit unter dem Aspekt der direkten Nachbarschaft mit einer Senioren- und Pflegeeinrichtung „verpartnert“. Kurze Wege (auch bei eingeschränkter Mobilität) erleichtern die Pflege Ihrer neuen Nachbarschaft mit quasi familiärem Charakter. Nachhaltige Beziehungen zwischen Einrichtungen, jungen und alten Menschen können entstehen.

Je nach Unterrichtsfach (Musik, Kunst, Deutsch, Theater, Sport, Sachunterricht, Naturkunde, Geschichte etc.) können unterschiedliche Medien und Kunstsparten genutzt werden, um das gemeinsame Thema zu bearbeiten. Wünschenswert und möglich wäre es, dann auch Kulturpartner aus dem Kubipool hinzuzuziehen, um die künstlerische Qualität der Projekte zu steigern. (Dies hängt allerdings von den jeweils geltenden Corona-Verordnungen für Ihre Schule/Kita ab.) Dabei kann kreatives Potential auf allen Seiten geweckt werden, ganz ohne Druck und Noten. Vielmehr können sich beide Altersgruppen gegenseitig beschenken und bereichern.
 

Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Sogar ein Theaterstück kann im Austausch untereinander entstehen. Dies zeigt das Beispiel des Projektes „Achtung! Spielfreude“ der Kulturvermittlerin, Theaterpädagogin, Kulturgeragogin Annie We (Annette Windgätter, Köln). Sie berichtet über Ihr Projekt: „So analog wie möglich – so digital wie nötig! Darstellendes Spiel im Unterricht oder im schulischen Ganztag kann per Foto und Film über das Handy festgehalten und an das benachbarte Seniorenheim geschickt werden. Um Gesprochenes zu fixieren, kann auch ein Aufnahmegerät genutzt werden. Daraus kann dann eine Kollage aus Foto, Film und gesprochener Sprache entstehen, die das Theaterstück zu einem sicht- und hörbaren Abschluss bringt - für alle zugänglich… Kinder und alte Menschen können über das gute alte, klassische Telefonat in Kontakt über das Dargestellte treten. Denn Telefonieren ist für ALLE machbar! Beide Gruppen kommen so ins persönliche Gespräch und in einen künstlerischen Austausch zueinander. Alles in allem spiegelt dieses analog-digitale Gemisch als Format am ehesten die unterschiedlichen (medialen) Bedürfnisse und Vorlieben der beiden Altersstufen wider – authentisch und aussagekräftig auch im künstlerischen Sinne!“

Kontakt

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Können Sie sich vorstellen, mit Ihrer Schule, Kita oder Senioreneinrichtung am Projekt „Hallo Oma! Hallo Opa! Wir haben Euch nicht vergessen!“ teilzunehmen? Dann nehmen Sie gerne Kontakt auf: Christiane Maaß, Kulturelle Bildung und Teilhabe, Telefon 0441 235-2319, E-Mail christiane.maass(at)stadt-oldenburg.de Vielen Dank!