29.04.2020

Stadt Oldenburg verzichtet auf Gedenkfeier zum Kriegsende

Oldenburg. Die Stadt Oldenburg wird auf die für den 8. Mai geplante Gedenkfeier zum 75-jährigen Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs verzichten. Dieser Entscheidung ist ein gründlicher Abwägungsprozess vorausgegangen. Wegen der Hygiene- und Abstandregelungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist eine Gedenkfeier mit mehreren hundert Besucherinnen und Besuchern derzeit aber nicht möglich. Geplant war sie für den 8. Mai in der Lambertikirche.

Um diesen Tag dennoch angemessen zu würdigen, wird Oberbürgermeister Jürgen Krogmann einen Kranz am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus niederlegen.

„Damit werden wir in Oldenburg angemessen und in der derzeit möglichen Form an das Kriegsende erinnern. Oldenburg ist in den Kriegsjahren ja glücklicherweise in der baulichen Substanz nicht so stark beschädigt worden, wie andere Städte. Aber natürlich hat es auch in unserer Stadt viele Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gegeben. An sie alle wollen wir erinnern“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Oldenburg wurde gestaltet von Udo Reimann. Die aus liegenden Basaltstelen bestehende Skulptur wurde 1990 auf dem Grundriss der 1938 zerstörten Oldenburger Synagoge errichtet.
„Dieser Ort ist für die Kranzniederlegung geeignet wie kein anderer in Oldenburg“, sagt Krogmann.

Eine Verschiebung der Veranstaltung ist nicht geplant.
„Dazu ist der 8. Mai ein zu symbolträchtiges Datum. Ein späterer Termin hätte dann keinen Bezug mehr zum 75. Jahrestag des Kriegsendes“, sagt die Leiterin des Amtes für Kultur und Sport, Christiane Cordes.

Bereits am 3. Mai wird Oberbürgermeister Jürgen Krogmann gemeinsam mit Pastor Christoph Fasse an das Kriegsende in Oldenburg erinnern. An der Gedenkstätte für die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf dem Ohmsteder Friedhof wird am Sonntag ein Kranz niedergelegt. Wegen der Corona-Pandemie wird die ursprünglich geplante Gedenkfeier in der Ohmsteder Kirche ebenfalls nicht stattfinden können.

Auch im Stadtmuseum wird des Kriegsendes gedacht. Dort wird die Sonderausstellung „75 Jahre Kriegsende. Erinnerungskultur in Oldenburg“ vorbereitet. Die Ausstellung wird für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein, sobald das Museum nach der Corona-bedingten Schließung wieder öffnen kann und läuft voraussichtlich bis zum 2. August 2020. Bis dahin werden einige digitale Angebote gemacht, um bereits während der Schließzeit Einblicke in die Ausstellung geben zu können. Etwa ein Video-Grußwort von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Zeitzeugenberichte und ein kurzer Film aus den Ausstellungsräumen.