23.02.2021

Projekt „Sicherung von Versorgung, Pflege und Wohnen im Stadtteil“

Oldenburg. Die Stadt Oldenburg ist seit dem Ratsbeschluss „Oldenburg will Inklusion“ aus dem Jahr 2012 auf dem Weg zu mehr Inklusion und Teilhabe für alle Menschen. „Auf der Ebene der Stadtteile, Quartiere und Nachbarschaften heißt das, dass unterschiedliche Menschen vor Ort selbstbestimmt leben können und dafür die Unterstützung finden, die sie brauchen“, so Sozialdezernentin Dagmar Sachse. Allerdings: „Durch den demografischen Wandel und die zunehmend kritischere Fachkräftesituation insbesondere im Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich wird es notwendiger denn je, die bürgerschaftlichen und hauptamtlichen Kräfte in den Stadtteilen und Quartieren zu mobilisieren.“

Zur Problemlösung wurde heute im Sozialausschuss als erster Schritt der Entwurf eines integrierten Konzeptes zur „Sicherung von Versorgung, Pflege und Wohnen im Stadtteil und Quartier für Alt und Jung“ (SiVePWo) vorgelegt. Das Konzept wurde als erster Projektbestandteil im Rahmen eines zweijährigen Förderprogrammes in Kooperation mit dem Bremer Planungsbüro Protze und Theiling erstellt und wird zu gleichen Teilen aus dem niedersächsischen Förderprogramm für Demografie-Projekte auf dem Gebiet der Metropolregion Nordwest und in Weser-Ems und aus Mitteln der Stadt Oldenburg finanziert.

Mit dem Konzept wird ein neuartiges, stadtweites Organisationsmodell für alle Stadtteile und Quartiere vorgeschlagen. Dezentrale Stadtteilteams mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort, professionellen und ehrenamtlichen, organisieren, begleiten und bündeln die vielfältigen Unterstützungsstrukturen im Stadtteil. Darüber hinaus fördern sie das nachbarschaftliche Zusammenleben, unterstützen Kooperationen vor Ort und verbessern Angebotsstrukturen in den Quartieren. Außerdem unterstützen sie städtebauliche Entwicklungen, die eine inklusive, bauliche und technische Infrastruktur in den Quartieren möglich machen.

„Wir sind gespannt, wie diese Idee in den nächsten Monaten in den politischen Gremien und der Stadtgesellschaft diskutiert wird“, sagt Susanne Jungkunz, Sozialplanerin der Stadt. „Positiv finde ich, dass das Konzept an die bestehenden Netzwerke und Strukturen anknüpft – wie die Einzugsbereiche der Bürgervereine, die Einrichtungen der Gemeinwesenarbeit, Jugendtreffs, Schulen, Kitas, die offenen Altentreffs sowie die Runden Tische und Stadtteilkonferenzen – diese aber weiterentwickelt und dadurch stärkt!“

Das integrierte Konzept wird in den nächsten Monaten in Kreyenbrück und Bümmerstede erprobt. Hierfür stehen lokale Förderbudgets aus städtischen und Mitteln des Landes Niedersachsen in Höhe von insgesamt 30.000 Euro zur Verfügung. Projektleiterin und Ansprechpartnerin bei der Stadt Oldenburg für die Erprobungsphase in Kreyenbrück und Bümmerstede ist Lena Haddenhorst, lena.haddenhorst@stadt-oldenburg.de, 0441 235-3055.

Möglichkeiten zur Beteiligung: www.gemeinsam.oldenburg.de/lebenimquartier  
Weitere Informationen über das Projekt: www.oldenburg.de/sozialplanung

Das Gesamtprojekt wird vom Bremer Planungsbüro Protze und Theiling zusammen mit einer städtischen Projektgruppe der Sachgebiete Sozialplanung, Stadtplanung, Altenhilfe, Kultur und Sport, Hilfe zur Pflege, soziale Hilfen, Inklusion, Wirtschaftsförderung, Gebäudewirtschaft, Bürgerschaftliches Engagement sowie Bürgerbeteiligung organisiert. Die „AG Versorgungsstrukturen“ des Oldenburger Bündnis Pflege fungiert als externe Beratungs- und Beteiligungsgruppe.